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  Stolpersteine - Erinnerungen
 
 Stolpersteine erinnern an getötete Juden 


Ottbergen gedenkt der Nazi-Opfer - Künstler Gunter Demnig
schafft fünf Messingplatten


Zum ersten Mal werden in einem Dorf im Höxteraner Stadtgebiet sogenannte Stolpersteine verlegt. In Ottbergen erinnern künftig fünf Messingplatten an die durch Nazis getöteten Juden.

Über die Geschichte der letzten Juden in Ottbergen sollen die Bürger künftig im wahrsten Sinne des Wortes stolpern:

Vor den Häusern Brakeler Straße 8
und

Nethestraße 4
werden im Pflaster Gedenksteine mit einer Messingplatte versenkt. Auf ihnen stehen die Lebensdaten von fünf Personen, die den Familiennamen Netheim tragen. Die so genannten »Stolpersteine«, die von dem Kölner Künstler Gunter Demnig geschaffen worden sind, werden am Freitag gesetzt.




Der Ottberger Heimatforscher Bernhard Scheideler hat sich mit der Geschichte der Juden in seinem Dorf befasst. Er gehört auch zu den Mitinitiatoren der Stolperstein-Aktion, die von Ottberger Bürgern und Ehemaligen finanziert wird.

»Schon seit 2007 gibt es Bestrebungen, die Stolpersteine als Erinnerung an die hier ehemals wohnhaften Juden durch den Künstler Gunter Demnig verlegen zu lassen«, sagt Scheideler. Er hat anhand der Aufzeichnungen seines Vetters Friederich Wiesemann, mit Hilfe von Urkunden aus dem Stadtarchiv Höxter und dem Internationalen Suchdienst in Arolsen die Geschichte der Juden in Ottbergen zusammengefasst.

Demnach wurden Ida Netheim-Marchand, Paula Netheim, Beate Kugelmann (geb. Netheim), Julius Netheim und Anna Netheim (geb. Levy) am 8. Juli 1942 in das Auffanglager Bielefeld gebracht und von den Nazis am 1. August 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie starben.


Es gibt nur ein einziges Foto von einem der letzten Juden aus Ottbergen - die Juden sind in jeder Beziehung von den Nazis ausgelöscht worden.

Scheideler berichtet: »Die ersten Bürger jüdischen Glaubens sind in Ottbergen bereits Anfang des 18. Jahrhunderts sesshaft geworden. Bis 1810 stieg die Zahl auf 26 Bürger in sechs Familien an. Es waren zumeist Kaufleute oder Viehhändler. Ende des 19. Jahrhunderts hatten nur noch die Familien Netheim und Schönbach hier ihren Wohnsitz. Die Juden aus Ottbergen besuchten die Synagogen in Bruchhausen und in Amelunxen.«

In dem Haus Brakeler Straße 8 lebte Ida Netheim-Marchand, Adoptivtochter und Erbin des Ehepaares Schönbach. Das Haus Nethestraße 4 wurde von Paula Netheim bewohnt. »Die Frauen betrieben eine Gastwirtschaft beziehungsweise einen Kolonialwarenladen. 1937 zog Beate Kugelmann (geb. Netheim) von Bielefeld zurück nach Ottbergen. Drei Jahre später kehrte auch Julius Louis Netheim auf der Flucht vor den Nazis mit seiner Frau Anna von Norden nach Ottbergen zurück. Ihre Töchter Lotte und Ruth konnten nach Palästina und Südafrika entkommen«, berichtet Scheideler.

Doch auch in Ottbergen wurde den Netheims das Leben schwer gemacht. Ida wurde unter anderem gezwungen, ihre Mitarbeiterin in der Gastwirtschaft zu entlassen. 1942 folgte der Abtransport der Juden ohne Wiederkehr. Idas Mobiliar wurde versteigert. Die Netheims aus der Nethestraße verschenkten ihren Hausrat an die Nachbarn.
Damit das schreckliche Kapitel deutscher Geschichte auch in Ottbergen nicht in Vergessenheit gerät, hat sich der Ortsausschuss dafür ausgesprochen, dass dort die Stolpersteine verlegt werden. »Da der Künstler Gunter Demnig aus organisatorischen Gründen nicht kommen kann, werden wir die Steine in Eigenregie verlegen«, erklärt Scheideler. Beginn ist am Freitag, 14. August, um 10 Uhr.


 Stolpersteine erinnern an Juden in Ottbergen

Ehrenamtliche verlegen Messingtafeln im Gehweg - NS-Opfer sollen nicht vergessen werden

Die Stolpersteine in Ottbergen sind verlegt.
In der Brakeler und in der Nethestraße erinnern nun die im Gehweg eingelassenen Steine an die letzten jüdischen Mitbürger des Nethedorfes.  

Sie sind 1942 deportiert worden und kamen im Konzentrationslager ums Leben.


Bernhard Scheideler, Mitinitiator der Stolperstein-Aktion, gab in einer kurzen Ansprache der Hoffnung Ausdruck, dass Deutschland nie wieder Schauplatz eines »Völkermordes im Namen des Volkes« sein werde. Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig werden europaweit verlegt, um die Erinnerung an die NS-Opfer in ihrer persönlichen Individualität wach zuhalten.

Die Aktion fand reges Interesse in der Bevölkerung. Viele Bürger aus Ottbergen schauten zu, als

Ortsverwaltungsstellenleiter Helmut Menne die einfachen Pflastersteine durch die Stolpersteine mit den glänzenden Messingplatten ersetzte. Viele der älteren Anwesenden haben persönliche Erinnerungen an die Jüdinnen Ida oder Paula Netheim und tauschen diese aus. So geschieht genau das, was die Aktion bewegen soll: Man erinnert sich an Menschen und ihre Eigenarten und nimmt sie nicht nur als abstrakte Zahl der Geschichte war.

 






Fotografen über die Aktion " Stolpersteine"


Hans Nolte
und


Johannes Roth
 
   
 
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